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Bloggen ist zum Volkssport geworden. Jeder, der etwas auf sich hält, verschafft sich seine warholschen 15 Minuten Aufmerksamkeit selbst - und zwar im Internet. Bloggen ist simpel, die Erstellung eines Blogs stellt jedoch manche Anwender vor unüberwindbare Hürden. Das haben einige findige Geschäftsleute erkannt und bieten kostenlose Blogger-Starterpakete an. Netzwelt.de hat die Sparblogs einmal genauer unter die Lupe genommen.
Ein Weblog macht Spaß und schafft Kontakt, beispielsweise zu anderen Bloggern. Das Blog hat die private “Das ist meine Familie”-Website mit animierten Gifs und Schnurrbartträger-Fotos zwar inzwischen weitestgehend abgelöst, doch auch in der Blogger-Szene kommt es hin und wieder zu beachtlich unattraktiven Stilblüten. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich selbst im Bloggen zu üben. Die Einrichtung ist meist simpel, ohne eigenen Webspace und ohne großen administrativen Aufwand. Der Blog-Einstieg für jedermann.
Im Test: Die deutschsprachigen Anbieter Blogg.de, 20six.de, Blog.de, Blogigo.de und Twoday.net. Bereits beim ersten Überblick wird klar: So ähnlich sich die kostenlosen Blogs preislich sind, so unterschiedlich sind die Leistungen der verschiedenen Anbieter. Einem geschenkten Gaul soll zwar nicht ins Maul geschaut werden, doch im Fall der Blog-Anbieter lässt sich das kaum vermeiden, um nicht an einen Klepper zu geraten. Denn eins ist sicher: Der Umzug von einem Blog-Dienst zum anderen ist mehr als unkomfortabel.
Der erste Blog-Dienst im Test ist Blogg.de. Die Website ist übersichtlich gestaltet und erlaubt eine schnelle Registrierung. Alles, was benötigt wird, sind Benutzername, Passwort und schon kann es losgehen. Ein Klick auf die Bestätigungs-E-Mail und der Account ist gesetzt. Nach dem ersten Login lässt sich Blogg.de die AGBs bestätigen und verpflichtet den Nachwuchs-Blogger zur Eingabe der persönlichen Daten. Diese werden allerdings nicht überprüft, hier können notfalls falsche Werte eingegeben werden.
Ist die Registrierung abgeschlossen, führt ein sehr einfach gehaltenes Menü durch die nächsten Schritte. Blog anlegen? Kein Problem, das Web-Interface führt den User quasi von selbst durch die nötigen Schritte zur Erstellung der bis zu fünf Weblogs. Die Website kann beliebig betitelt werden, unabhängig vom Benutzernamen. Eine Beschreibung erleichtert anderen Usern das Auffinden des Blogs. Zuguterletzt kann noch ein Kurzname eingegeben werden, der eine Blogg.de-Subdomain im Stil von “mein_weblog.blogg.de” anlegt. Hier ist vorsicht geboten: Die guten Namen sind bei über 60.000 registrierten Blogg.de-Weblogs oft schon vergeben. Zuguterletzt muss nur noch ein Design aus den zahlreichen Design-Vorlagen ausgewählt werden. Eigene Templates lassen sich später ebenfalls einbinden. Schön: Bei der Template-Auswahl wird direkt angezeigt, zu welchen Browsern das Template kompatibel ist.
Ist das Weblog angelegt, kann direkt gepostet werden. Zwischen der Anmeldung und dem ersten Posting vergehen schlimmstenfalls drei Minuten - sofern der Webserver mitmacht. Der nämlich ist offensichtlich chronisch überlastet und benötigt ab und zu eine Bedenkminute. Zu Verbindungsabbrüchen kam es im Test aber nicht, der Dienst war nur zwischenzeitlich ein wenig langsam. Beim Posten hilft ein auf dem beliebten HTMLArea basierender WYSIWYG-Editor. Der funktioniert hervorragend, allerdings nicht in allen Browsern. Deshalb bekommen Benutzer von Konqueror und Safari eine stark vereinfachte Oberfläche geboten, die aber wenigstens Standard-Funktionen wie Schriftstile unterstützt.
Übersichtlich und höchst funktionell ist das Einstellungs-Menü für die einzelnen Weblogs. Das Blog lässt sich hier bis ins kleinste verwalten. Einträge und Kommentare können durchgesehen werden, Kategorieren angelegt und Bilder verwaltet werden. Der kostenlose Blogg.de-Account erlaubt die Erstellung von bis zu fünf Bildergalerien mit jeweils bis zu 36 Fotos. 100 Megabyte Speicher stehen dem Anwender für diese Galerien zur Verfügung, die Bilder lassen sich problemlos hochladen und verwalten.
Doch zurück zu den Einstellungen: Dort lassen sich Co-Autoren für jedes Blog anlegen. Die allerdings müssen ihrerseits bei Blogg.de registriert sein, Fremdautoren sind nicht erlaubt. Dafür geben umfangreiche Statistiken Auskunft über die Nutzung des Weblogs. Welche Besucher kamen mit welchem Browser und Betriebssystem von welcher Seite auf das Blog? Welche Suchmaschinen haben das Blog bereits abgegrast? Und wie viele Besucher waren eigentlich auf der Seite? Insgesamt eine schöne Funktion. Natürlich unterstützt Blogg.de auch die üblichen Blog-Spielereien wie Trackbacks, Pings oder Moblogging. Im Backend lässt sich das Blog auch löschen, der Account hingegen nicht. Kommentare lassen sich einfügen, ohne bei Blogg.de angemeldet zu sein.
Doch wie schaut es mit der Frontpage aus? Das Problem von kostenlosen Diensten ist, dass sie irgendwie finanziert werden müssen. Blogg.de wählt den Weg des Banners und blendet oberhalb der Seite einen recht penetranten Werbebanner ein. Dieser stört das Blog-Layout optisch, kann sich aber gegen Zahlung von rund 5 Euro im Monat abgechaltet werden. Ansonsten sind die vielfältigen Layouts aber allesamt interessant und hübsch anzuschauen. RSS 2.0-Feeds erlauben die Einbindung in einen Newsreader. Insgesamt kann Blogg.de überzeugen, wenn nicht dieses leidliche Geschwindigkeits-Problem wäre.
Der zweite Testkandidat hat ein “g” weniger im Namen, bietet aber ähnliche Leistungen: Blog.de ist bisher erst in einer Beta vorhanden, leistet aber bereits beachtliches. Genau wie Blogg.de bietet der Dienst ein kostenloses Blogger-Paket an und setzt, anders als der Konkurrent, auf Google-Anzeigen statt auf Banner zur Finanzierung. Der Vorteil: Google-Ads fügen sich besser ins Layout ein, die Website sieht nicht zerrupft aus. Der Nachteil: Google-Ads lassen sich nicht wirklich gut von “echtem” Content unterscheiden.
Die Registrierung bei Blog.de erfolgt, genau wie bei Blogg.de, über die Eingabe von Benutzernamen und Passwort. Per E-Mail-Bestätigung wird der Account aktiviert und kann auf der Stelle genutzt werden. Der Dienst verlangt wesentlich weniger persönliche Angaben als Blogg.de, danach startet der Erstellungs-Wizard. Blog-Neulinge werden hier keine Freude haben, das System mutet ihnen schon zu Anfang viele Fachbegriffe und Einstellungen zu, die Otto Normal überlasten dürften. Dafür lässt sich aber auch hier der Name des Blogs frei wählen, der Blogger erhält eine Subdomain nach dem Schema “mein_weblog.blog.de”. Kommentare sind ohne Anmeldung möglich, eine Ziffernkombination dient als Schutz vor Spammern.
Die zahlreichen voreingestellten Templates sind allesamt gewöhnungsbedürftig, fast möchte man “hässlich” sagen. Da fällt die fehlende Funktion, eigene Templates hinzuzufügen oder die vorhandenen zu ändern, doppelt ins Gewicht. Überhaupt sind die Layouts allesamt sehr starr und - bis auf die Farbgebung - weitestgehend identisch. Das Design ist zwar in allen Templates zweckmässig, doch das ist nur die halbe Miete, wenn der Surfer beim Besuch der Blog-Seite an Augenkrebs erkrankt.
Ist das Blog erstellt, kann sofort losgelegt werden. Ein Editor hilft beim Einfügen von HTML in den Text, zum Beispiel, um fetten, kursiven oder durchgestrichenen Text zu erzeugen. Leider gibt es keine WYSIWYG-Funktion, sodass die Änderungen erst sichtbar werden, wenn die Seite betrachtet wird. Dafür funktioniert der Editor aber auch überaus gut und in sämtlichen getesteten Browsern, inklusive der Exoten.
10 Megabyte Speicher laden in der kostenlosen Version zum Bloggen ein. Die sind allerdings schnell aufgebraucht, wenn der Blogger nicht auf Bilder verzichten möchte. Da bietet die Konkurrenz oft mehr, nicht selten aber auch wesentlich weniger. Ein Spam-Schutz sorgt für Ruhe in den Kommentaren, die Inhalte sind genau wie bei Blogg.de problemlos per Statistik-Tool zu überwachen. Es gibt allerdings ein besonderes Feature bei Blog.de, das es bei den anderen kostenlosen Diensten nicht gibt: Blogger können mit ihrem Blog sogar Geld verdienen, wenn die Besucherzahlen stimmen. Darüber geben die umfangreichen Statistiken Auskunft. Sehr unangenehm fällt auf, dass die Hilfe in Form eines Blogs geführt wird und es keinen Support gibt.
Blog.de befindet sich zur Zeit noch im Beta-Stadium, weshalb eine kostenpflichtige Version oder ein Upgrade der Funktionen nicht ausgeschlossen sind. Ansonsten bietet Blog.de genau wie der Konkurrent mit dem Doppel-g reichliche Kost für die Sparfüchse unter den Bloggern. Sämtliche wichtigen Weblog-Funktionen werden von Blog.de unterstützt, allerdings ist der Dienst recht unübersichtlich und nervt mit technischen Begriffen, die gerade Blogging-Neueinsteiger überfordern dürften. Wer “mal eben ein schnelles Blog” im eigenen Stil entwerfen möchte, ist bei Blog.de sicherlich an der falschen Adresse.
Genau bei diesem Publikum setzt der Dienst Blogigo.de an. Der Blogdienst nervt nicht mit technischen Daten, hier soll bloggen einfach Spaß machen. Dabei richtet sich Blogigo hauptsächlich an ein jüngeres Publikum, wie der aufmerksame Besucher beim “Rundgang” erfährt. Zum einen wird der Anwender penetrant geduzt, zum anderen gibt es Texte, deren Inhalt sich eindeutig an Personen unter 20 richten:
“In Deinem Weblog kannst Du jeden Tag schreiben, was Du erlebst hast, was Du denkst und fühlst, wie es Dir geht. Ist Dein Auto liegen geblieben? Hast Du heute eine gute Klausur geschrieben? Hat Dir Dein süßer Nachbar/Deine süße Nachbarin ein Lächeln geschenkt?”
Das klingt nicht ganz zufällig ähnlich wie der Tonfall auf Kinder-Websites wie der der ballonfüßigen Hassratte Diddl und vermutlich fischt Blogigo auch im gleichen Teich.
Um so mehr überrascht es, dass der Blogigo-Benutzer zwar weitestgehend von technischen Details verschont wird, trotzdem aber ohne weiteres die CSS- und HTML-Dateien im Blog ändern kann. Und zwar komplett. Für weniger erfahrene Anwender bedeutet das vor allen Dingen, dass sie Gefahr laufen, ihre Website zu zerschießen, Könner hingegen lernen in Blogigo den Zauber eines eigenen Designs kennen. Dinge, auf die Anwender manch anderer Dienste verzichten müssen. Genau wie bei Blog.de gibt es einen Tag-Editor, der per Button Tags einfügt. Auf WYSIWYG müssen die Anwender aber verzichten.
Interessanterweise gibt es auf Blogigo.de keinen Hinweis darauf, wie viele Weblogs vom Benutzer angelegt werden können, zum Bloggen stehen wie bei Blog.de 10 Megabyte Speicher zur Verfügung. Genau wie bei den anderen Anbietern gibt es allerdings keine Möglichkeit, den Speicherplatz zu überwachen. Dafür lässt sich das Blog gegen Gebühr werbefrei schalten. Dafür sind 5 Euro für drei Monate fällig, was sich durchaus in Grenzen hält. Kommentare sind ohne Blogigo-Registrierung nicht möglich.
Blogigo kann durch eine einfache Navigation und einwandfreie Benutzerführung überzeugen. Die üblichen Blog-Funktionen wie Kalender, Bilder und Blogroll werden genauso unterstützt wie RSS-Feeds. Die vorgegebenen Design-Templates sind hübsch, fast kunstvoll, in ihrer Machart aber gerade für Puristen ein wenig gewöhnungsbedürftig. Durch die Möglichkeit, die Stylesheets und das HTML der Seiten anzupassen, kann Blogigo.de aber auch etwas anspruchsvollere Blogger überzeugen.
Wesentlich weniger Platz als bei der Konkurrenz gibt es bei 20six.de und Twoday.net. Letzterer bietet gerade einmal 3 Megabyte Speicher für das eigene Weblog, was eindeutig zu wenig ist. Für Kunden, die bereit sind, 5 Euro im Monat zu bezahlen, gibt es 100 Megabyte, die Werbung fällt dann ebenfalls weg. Wie bei allen anderen Diensten ist die Anmeldung kein Problem: Nach Eingabe von E-Mail-Adresse, Benutzername und einem Passwort erhält der Benutzer eine Bestätigungsmail mit einem Freischaltcode. Schön ist dabei die Live-Überprüfung der Passwort-Sicherheit: Ein Balken zeigt an, wie sicher das Passwort ist.
Mit wenigen Klicks ist ein Weblog angelegt und online gestellt. Dabei können die wenigen Templates nicht wirklich überzeugen, was aber nicht weiter tragisch ist, lassen sie sich doch im Backend ordentlich verändern: Andere Bilder, ein anderes Layout, andere Schriften und für Profis gibt es noch die Alternative, die Templates komplett zu bearbeiten. Insgesamt überzeugt der Backend-Bereich von Twoday.net mit einfacher Funktionalität. Die Grundfunktionen sind schnell erreichbar, wer mehr möchte, muss ein wenig häufiger Klicken. Das hat den Vorteil, dass der Anwender je nach Zahl der Klicks “fühlen” kann, wie tief er in die Weblog-Bearbeitung vorstößt.
Natürlich beherrscht auch Twoday alle üblichen Blog-Funktionen. Kommentare können wahlweise durch ein Passwort geschützt werden oder offen gestellt werden und RSS wird natürlich auch unterstützt, als einziger Anbieter können auch die Kommentare als Feed gebucht werden, das sorgt für Diskussionen auf der Seite und belebt die Besucherzahlen. Negativ hingegen fällt der geringe Speicherplatz auf, der sich nicht wirklich zum bloggen eignet. Gerade, wenn Multimedia-Inhalte wie Bilder oder gar Videos genutzt werden, ist der Speicher recht bald erschöpft. Das ist schade, zumal Twoday den Vergleichstest ansonsten klar für sich entschieden hätte: Die Benutzerführung ist einsteigerfreundlich, die Layouts sind sauber und anders als bei der Konkurrenz wird das kostenlose Angebot auch nicht mit Werbung verunziert.
20Six.de ist der von der Speicherkapazität her kleinste Anbieter: Nur ein Megabyte steht dem Nachwuchs-Blogger für seine Blog-Avancen zur Verfügung - viel zu wenig, um ein ordentliches Blog zu betreiben. Der Speicherplatz ist schon nach wenigen Einträgen und Fotos erschöpft, danach müssen entweder alte Einträge gelöscht oder ein kostenpflichtiges Update gebucht werden. Das Blog wird mit der Eintragung direkt erstellt, mehr als ein Blog pro Account ist nicht drin, was vermutlich mit der geringen Speicher-Kapazität zusammenhängt.
Die Templates bieten wenig: Zu hässlich, zu langweilig, zu wenig Möglichkeiten, sie zu beeinflussen. Bis auf Farbgebung und Schriften lässt sich an den Vorlagen nichts ändern, was gerade interessierten Bloggern den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte. Die Benutzerführung ist nicht schlecht, allerdings die schlechteste im Test und auch der Funktionsumfang ist eher gering. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass 20Six.de an vielen Stellen auf die kostenpflichtige Lösung verweist, die einen Premium-Account voraussetzt.
Immerhin gibt es einen WYSIWYG-Editor, der dem Anwender bei der Erstellung von Einträgen hilft. Hier kann 20Six.de punkten. Das Backend allerdings ist alles andere als ansprechend, Farbmischungen wie grau und rot dominieren, was die Bedienung zwar nicht sonderlich erschwert, das Backend dafür aber völlig unsympathisch wirken lässt. Doch das ist nicht das Problem, wesentlich unangenehmer ist die Tatsache, dass die Navigation über Buttons gelöst ist, die in vielen Browsern schlichtweg den Dienst versagen. Das gleiche gilt übrigens auch für manche Templates. Wenigstens werden RSS-Feeds unterstützt, auch Techniken wir mobiles Blogging sind dem Dienst nicht fremd, wie auch allen anderen Anbietern.
Stattdessen müssen Besucher eingeloggt sein, um ihre Kommentare zu hinterlassen - eine Tatsache, die viele davon abhält, überhaupt zu kommentieren, obwohl doch gerade das den Reiz des Bloggen ausmacht. Eine Subdomain gibt es genau so wenig wie eine vernünftige Autoren-Verbindung: Auch hier sind nur Anwender zugelassen, die bei 20Six registriert sind. Insgesamt kann 20Six.de in der Umsonst-Variante kaum überzeugen, obwohl die kostenpflichtigen Dienste des Anbieters ohne Frage gut bis sehr gut sind.
Das Testergebnis ist durchwachsen: Der beste Free-Blog-Anbieter ist Twoday.net, dicht gefolgt von Blogg.de. Alle anderen, bis auf 20Six.de, bewegen sich im oberen Mittelfeld. Hier stellt sich die Frage, was man benötigt. Das große Problem aller kostenlosen Blog-Dienste, mit Ausnahme von Twoday.net, ist die Werbung: Die Werbeeinblendungen bewegen sich irgendwo zwischen “penetrant” und “unerträglich”. Da hilft im Zweifelsfall nur das Upgrade auf einen kostenpflichtigen Account. Hier ist Twoday in jedem Fall die beste Alternative, weil werbefrei. Dummerweise müssen sich Blogger bei Twoday mit 3 Megabyte Speicher begnügen, während beispielsweise Blogg.de rund 100 Megabyte für Bilder und Text zur Verfügung stellt. Hier ist die Werbung zwar vorhanden, aber erträglich, weshalb Blogg.de als Testsieger aus dem Vergleichstest hervor geht.
Allerdings sind sämtliche Free-Blog-Hoster im Grunde nichts weiter als professionelle Dienstleister. Der Leitspruch “the best things in life are free” stimmt hier nicht: Wer eine ordentliche Basis mit ausreichend Speicher für sein Weblog sucht, muss in jedem Fall dafür zahlen, und zwar bei allen Anbietern. Einzig Blog.de sticht hier hervor, als Beta-Version gibt es hier bisher nur kostenlose Blogs, vermutlich, um Kunden zu gewinnen, denen später ein Premium-Account angeboten werden kann. Letztendlich sind die kostenlosen Accounts bei allen Anbietern nichts weiter als Testangebote. Die Geschäftspraktiken gleichen denen von Drogendealern: Bloggen macht süchtig, deshalb ist der erste Schuss halt umsonst. Danach muss der Blogger zahlen, was aber in den meisten Fällen auch gerechtfertigt ist.
Neu-Blogger sollten sich überlegen, ob sie auf einen Blog-Dienst setzen möchten, an den sie nachhaltig gebunden sind, weil sich beispielsweise die Einträge nicht exportieren lassen, oder ob sie nicht direkt ein eigenes Blog aufsetzen. Lösungen wie Wordpress lassen sich mit ein wenig webdesignerischem Know-How auf jedem Webspace mit PHP-Fähigkeiten und Datenbank installieren. Solchen Webspace gibt es bereits ab 5 Euro im Monat und neben dem Blog erlaubt er natürlich auch das Hochziehen klassischer Web-Präsenzen und anderer Redaktionssysteme für Testzwecke. Der Anwender hat hier also die Freiheit, selbst zu entscheiden. Und wenn er das System wechseln möchte, kann er sich schnell ein Backup der SQL-Datenbank ziehen.
Eine weitere Alternative sind Blog-Programme wie RapidWeaver. Diese sind insofern besonders interessant, weil sie auf jedem noch so schlechten Webspace den Betrieb eines Blogs erlauben. Der Vorteil: Da das Blog logisch auf dem eigenen PC verwaltet wird, sind keine Datenbanken oder andere anspruchsvolle Dienste auf dem Webspace nötig - das Blog kann selbst auf dem Billig-Webspace betrieben werden, den jeder Internet-Provider mitliefert. Der Nachteil: Änderungen können nur vom Programm aus erfolgen und müssen jedesmal hochgeladen werden. Das kann gerade bei Volumen- und Zeit-Tarifen ins Geld gehen. Bloggen per Handy und andere Spielereien sind mit diesen Programmen ebenfalls nicht möglich, genauso wenig wie Kommentare, es sei denn, das Programm unterstützt externe Kommentar-Dienste, die ihrerseits wieder webbasiert laufen.
Sämtliche Billig-Blogdienste sind nichts weiter als Starter-Pakete. Wer ein umfangreiches Blog plant, sollte direkt auf die totale Freiheit setzen oder bei den beiden Testsiegern Blogg.de oder Twoday.net einen Premium-Account buchen. Wer Wert darauf legt, die volle Kontrolle zu haben, sollte sich auf jeden Fall eigenen Webspace buchen und dort ein Blog-System installieren. Das garantiert Freiheit und Mobilität gleichermaßen, ohne dass der Anwender an einen möglicherweise unzuverlässigen Blog-Hoster gebunden ist.
Posted: October 17th, 2008 under Uncategorized.
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